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  • 01.06.2023; Lesezeit: 5 Minuten

    50 shades of Green oder: Wie viele Schattierungen von Grün gibt es im grünen Herzen Europas? Die Antwort auf diese Frage fand jeder der Teilnehmer der Bürgerbegegnung 2023 für sich selbst im Laufe der Bürgerbegegnung der Städtepartnerschaften, die vom 17. bis 21. Mai in der Partnerstadt Šentjur stattfand.

    Auch wenn am Ankunftstag die französischen Freunde erst am Abend anreisten, konnten sich die Gäste aus Neu-Anspach nach dem Reisesegen beim entspannten Empfang im Kulturhaus kulinarisch bestens mit einem köstlichen Fingerfood-Buffet und kühlen Getränken von der mehr als 800km langen Busfahrt erholen und das Wiedersehen mit den slowenischen Gästen feiern.

    Am Freitag ging es dann gemeinsam mit den französischen Freunden aus Saint-Florent-sur-Cher auf Exkursion in den nahegelegenen Nationalpark Kozjanski, der eines der ältesten und größten Schutzgebiete Sloweniens mit einer außergewöhnlich vielfältigen Biodiversität ist.

    Die beiden Reisebusse schrauben sich in engen Kehren Hügel und Berge hinauf, an einem Kreuzweg, einzelnen Gehöften und immer wieder sattgrünen Wiesen und Weiden vorbei, bevor plötzlich zwischen Nebelfetzen die mächtigen Mauern der Burg Podsreda sichtbar werden. Da liegt sie, die seit 40 Jahren in Renovierung befindliche, von vielen Reiseführern als malerischste Burg Sloweniens beschriebene ehemalige Festung der Grafen von Gurk.

    Fast ist es, als hörte man Ritter und Knappen über den Burghof eilen, so magisch ist die Atmosphäre. In Deutsch und Französisch bekommen die Gäste eine Einführung, um anschließend auf eigene Faust die Ausstellungen zur Geschichte der Burg und zur Fauna der Gegend zu entdecken.

    Anschließend geht es zum Touristik Center Jelenov Greben, bei der es Kunstgewerbliches aus Holz und Keramik und slowenische Köstlichkeiten, wie Salami, Schinken, hausgemachte Marmeladen, Liköre und Säfte zu bestaunen und zu kaufen gibt.

    Zum Mittagessen erwartet uns das Restaurant Haler in Podčetrtek und serviert nach der Führung durch die dazugehörige Privatbrauerei zum 3-Gänge-Menü die verschiedenen Biersorten des Hauses. Eine besondere Spezialität ist das grüne Bier mit Hanf-Aroma, das durch spezielle Hopfen-Sorten seine außergewöhnliche Farbe und seinen herb-bitteren Geschmack erhält.

    Der Höhepunkt des Tages führte die Besucher zum Kloster Olimje, einem idyllischen Ort der Ruhe und Spiritualität. Die beeindruckende Architektur des Minoriten-Klosters und die kunstvollen Gärten schufen eine Atmosphäre der Einkehr und Kontemplation. Ein Besuch der Apotheke, die zu den ältesten Europas gehört, versetzte die Besucher in Staunen und Begeisterung über die Wand- und Deckengemälde, die Einrichtung und die eindrucksvolle Geschichte dieses Ortes.

    Nach Kräutern, Tinkturen und Salben lockten in der nahegelegenen Schokoladenmanufaktur süße Schokoladen- und Pralinenkreationen.

    Auf der Rückfahrt war man sich einig, dass die Gastgeber ihren Gäste einen unvergesslichen Tag beschert haben. Mit der gemeinsamen Leidenschaft für Kultur, Geschichte und Natur war es leicht, sprachliche Barrieren zu überwinden.

    Am Samstag wurde es international in Sentjur beim kulturellen und kulinarischen Basar, wo sich neben den Gästen aus Deutschland und Frankreich auch eine heimische Volkstanzgruppe und in der Partnerstadt lebende Deutsche, Mexikaner, Peruaner, Nepalesen, Kosovaren und Ukrainer vorstellten.

    Außerdem erfuhren die Gäste in den Museen und Galerien der Stadt mehr über die Kultur ihrer Gastgeber, unter anderem über die Komponistenfamilie Ipavec.

    „Die drei Tage viel zu kurz“, waren sich nicht nur die Neu-Anspacher beim Abschlusstreffen am Samstagabend einig. Laut Sentjurs Bürgermeister Marko Diaci ist es wieder gelungen, zu zeigen, dass es starke Werte sind, die Europa verbinden. „Wir alle müssen uns bemühen, um gemeinsame Probleme zu lösen.“

    Die alternde Bevölkerung, Migration und Immigration, wachsender Nationalismus und der Umgang mit der Umwelt sind nur die drängendsten Herausforderungen, die er nennt.

    Für Neu-Anspachs Bürgermeister Thomas Pauli steht auch heute der Wille, eine friedfertigere Zukunft zu schaffen, im Mittelpunkt des städtepartnerschaftlichen Austauschs. Und Marie-Line Cirre aus Saint-Florent-sur-Cher hofft, dass die Jugend aus den drei Partnerstädten diese Bemühungen fortsetzt.

    Aus Sicht von Robert Gajšek, dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees in Sentjur, sind Toleranz und Empathie, Respekt und Wertschätzung wichtige Eigenschaften für eine ehrliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Gesellschaft.

    Wie Marie-Josée Nivet vom französischen Komitee deutlich machte, braucht es dazu vor allem Offenheit für andere Kulturen, Sprachen und Traditionen, und das schon bei den Jugendlichen. Das diesjährige Partnerschaftstreffen sei ein erneuter Beweis, dass dies gelingen kann.

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